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Für uns in Mecklenburg-Vorpommern
Winterwetter

Schneeverwehungen legen Bahnverkehr lahm

Ein im Schnee stecken gebliebener Zug steht im Bahnhof Sassnitz auf der Insel Rügen. © dpa Fotograf: Stefan Sauer
große Bildversion anzeigen Im Nordosten gab es auf zahlreichen Bahnstrecken kein Durchkommen. (Archivfoto)

Sturmtief "Keziban" mit teils heftigen Schneefällen ist abgezogen, die Behinderungen im Straßen- und vor allem im Bahnverkehr halten an. In Mecklenburg-Vorpommern legten Schneeverwehungen am Montagmorgen den Bahnverkehr streckenweise lahm. Wie die Deutsche Bahn in Berlin mitteilte, können zahlreiche Strecken immer noch nicht befahren werden. Ersatzbusse würden wegen der schwierigen Straßenverhältnisse nur zum Teil angeboten. Betroffen sind die Bahnstrecken Demmin-Neubrandenburg, Pasewalk-Stettin, Wismar-Bad Doberan-Rostock-Tessin, Schwerin-Rehna, Güstrow-Neubrandenburg-Pasewalk und Stralsund-Velgast-Barth. Auch auf anderen Strecken komme es zu Verspätungen oder Ausfällen. Besonders starke Behinderungen gibt es in Rostock. Dort fällt die S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Seehafen aus. Trotz des Winterdienstes gab es auch auf den Straßen oft kein Durchkommen. Nebenstraßen waren nicht oder nur teilweise geräumt, und selbst auf geräumten Straßen blieben Busse im Schnee stecken.

Meteorologen erwarten für den Montag immer wieder leichte Schneefälle. Am Dienstag sollen Ausläufer des Tiefs "Lali" wieder mehr Schnee in den Norden bringen. Es besteht erneut Gefahr von erheblichen Verkehrsbehinderungen, zum Teil mit Schneeverwehungen.

Auf Hiddensee werden die Lebensmittel knapp

Schnee bedeckt die Insel Hiddensee. © ddp Fotograf: Wetterstudio Hiddensee
große Bildversion anzeigen Hiddensee ist von der Außenwelt abgeschnitten. (Archivfoto)

In Mecklenburg-Vorpommern mussten die Dächer mehrerer Einkaufscenter in Greifswald, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg von der weißen Pracht befreit werden. Trotz der bis zu einem Meter dicken Schneeschicht öffneten allerdings der Elisen-Park in Greifswald, das Sieben-Seen-Center in Schwerin, der Ostsee-Park Sievershagen bei Rostock und das Bethanien Center in Neubrandenburg für Kunden. Probleme gebe es inzwischen aber auch mit dem vielen Schnee auf den Parkplätzen, der zum Teil schon abgefahren werde, hieß es in Neubrandenburg. In Lübz musste auch ein Dach eines Lebensmittelmarktes geräumt werden.

Die Insel Hiddensee ist nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Dort werden allmählich die ersten Lebensmittel knapp. Brot, Eier, Kartoffeln sowie frisches Obst und Gemüse seien ausverkauft, sagte der Einkaufsleiter eines Supermarktes am Montag. Konserven seien aber noch vorhanden, es müsse niemand hungern.

Schleswig-Holstein: Rettungskreuzer soll Urlauber von Hallig Hooge holen

Die nordfriesischen Halligen sind wegen des anhaltenden Eisgangs im Wattenmeer weiterhin nur schwer zu erreichen. Voraussichtlich am Dienstag soll der Seenotrettungskreuzer "Vormann Leiss" von der Insel Amrum aus versuchen, zur Hallig Hooge durchzukommen. Am Sonnabend habe das Schiff "Rüm Hart" rund 100 Meter vom Anleger entfernt aufgeben müssen, berichtete Bürgermeister Matthias Piepgras am Montag. Die vorerst letzte Versorgungsfahrt durch das Eis hatte es am vergangenen Donnerstag gegeben. Ein Grund für den neuen Versuch ist, Gäste nach dem Ende ihres Urlaubs zurück aufs Festland zu bringen. Die Halligbewohner seien gut mit Lebensmitteln versorgt. "Nur frisches Brot wird langsam knapp", sagte Piepgras.

An der Westküste Schleswig-Holsteins führten Schneefall und überfrierende Nässe am Montag zu zahlreichen Unfällen. Wie die Polizei in Itzehoe mitteilte, waren viele Straßen schlecht gestreut. In den Kreisen Dithmarschen und Steinburg krachte es insgesamt neunmal, meist blieb es aber bei Blechschäden. Fast immer fuhren die Fahrer zu schnell und rutschten in den Graben oder in die Leitplanke. In Itzehoe kam der Berufsverkehr auf spiegelglatten Straßen nahezu zum Erliegen. Lastwagen kamen an leichten Steigungen nicht voran.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg rief am Montag die sogenannte Notzeit für Wildtiere aus. Unter der dichten Schneedecke finden Rehe, Hirsche, Hasen, aber auch Eulen und Falken nichts mehr zu fressen. Jäger dürfen jetzt Heu, Kastanien und Eicheln für das Wild auslegen, damit die Tiere ihren Hunger stillen können. In einigen Revieren im Kreis Segeberg sei das gesetzliche Fütterungsverbot bereits seit rund drei Wochen aufgehoben, teilte der Leiter der Obersten Jagdbehörde im Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein, Johann Böhling, am Montag mit. "Das ist das erste Mal seit der Änderung des Landesjagdgesetzes im Jahr 1999, dass wir diese Diskussion haben", sagte er.

Hamburg streckt Streusalz mit Sand

In Hamburg nahmen in der Nacht zum Montag die Räumfahrzeuge NDR 90,3 zufolge bereits am frühen Morgen den Dienst wieder auf. Allein 450 Mitarbeiter wurden dazu eingeteilt, Zebrastreifen abzustreuen. Allerdings wird dem Bericht zufolge allmählich das Streusalz knapp. Die Vorräte reichten nur noch für bis zu vier Streudurchgänge, hieß es. Das Streusalz wird mit Sand gestreckt.

Auf den Hamburger Hafen hat der seit Wochen dauernde Eisgang dagegen kaum Auswirkungen. Mehrere Eisbrecher der Hafenbehörde halten die bis zu 30 Zentimeter dicken Schollen in Bewegung. Nachdem am Wochenende drei vorübergehend stillgelegte Frachtschiffe von den Norderelbpfählen ins Hafenbecken verlegt worden waren, kann das Eis in der Norderelbe besser abfließen, wie HPA-Sprecherin Karin Lengenfelder am Montag sagte. "Das hat sich gut bewährt, damit ist ein Engpass beseitigt." Eisgang und Frost haben inzwischen auch schon einige Schäden angerichtet. Mehrere Boote schlugen leck, zwei Binnenschiffe rissen sich los. In der Billwerder Bucht sank ein nicht mehr genutztes Schiff.

Frachter steckt im Mittellandkanal fest

Niedersachsen wurde von einem Verkehrschaos verschont. Es ereigneten sich zwar zahlreiche Unfälle, es blieb aber zumeist bei Blechschäden. Auch hier wird der Winterdienst wegen der knappen Streusalzvorräte reduziert. Auf den Autobahnen sowie den Bundes- und Landesstraßen könne örtlich nur noch eingeschränkt gestreut werden, teilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Montag in Hannover mit. Besonders betroffen seien der Westen und der Norden des Landes. Autofahrer seien aufgerufen, ihr Fahrverhalten weiterhin den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen und besonders auf den Autobahnen sehr vorsichtig zu fahren.

Neben dem Straßenverkehr beeinträchtigt die Witterung vor allem die Binnenschifffahrt. Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden mitteilte, bleibt der seit Mittwoch gesperrte Mittellandkanal wegen des Eisgangs weiterhin unbefahrbar. Bei Minden steckt ein leckgeschlagenes Frachtschiff im Kanal fest. Angaben der Wasserschutzpolizei zufolge hatte das Eis am Mittwoch ein Loch in den Laderaum gerissen. Aufgrund der Vereisung könne das mit rund 380 Tonnen Aluminiumoxid beladene Schiff derzeit nicht gefahrlos zu einer Werft gebracht werden.

Stand: 01.02.2010 15:39
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