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Für uns in Mecklenburg-Vorpommern
Leben in der DDR

Aktion Kornblume

Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen

Für die zahlreichen Vertreibungen am 3. Oktober 1961 - kurz nach dem Mauerbau - musste ein Getreide-Unkraut mit seinem Namen herhalten. Während der so genannten "Aktion Kornblume" vor 45 Jahren wurden zahlreiche Familien aus dem Grenzgebiet zwangsweise ausgesiedelt. "Fragen sind nicht erwünscht" wurde Gunda Klatt am 3. Oktober 1961 unmissverständlich gesagt, als es gegen 6 Uhr morgens an der Tür ihres Hauses hämmerte. Sie trug noch Filzpantoffeln und ihre Kittelschürze, als sie an ihrem neuen Wohnort auf Rügen abgeladen wurde. Heute lebt Familie Klatt wieder in Sülsdorf. "Heimkehr 1991" steht auf einem Feldstein an der Einfahrt zum Hof der Familie.

"Die Aufenthaltsbeschränkung kann angeordnet werden, wenn die Fernhaltung der Person von bestimmten Orten und Gebieten im Interesse der Allgemeinheit oder eines Einzelnen geboten oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht ist." so die Verordnung der DDR über Aufenthaltsbeschränkung vom 24. August 1961.

Grenzdörfer von der Landkarte verschwunden

So viel Glück wie die Familie Klatt hatte die Familie Schmidt nicht. Ihr Haus in Lankow wurde gesprengt, das ganze Dorf ist verschwunden, heute ist dort ein Naturschutzgebiet. Am 3. Oktober 1961 wurde Familie Schmidt abgeholt und ins Landesinnere gebracht. An ihrem neuen Wohnort haben sie über Jahrzehnte mit den Vorurteilen der Nachbarn leben müssen, irgendetwas hätte die Familie schon verbrochen, sonst hätte man sie nicht hergebracht.

Zeitzeugen kommen in der Sendung des Hörfunkprojektes "Erinnerungen für die Zukunft" von NDR 1 Radio MV zu Wort und erzählen ihre Lebensgeschichte. "Die Aktion Kornblume in Nordwestmecklenburg vor 45 Jahren" wurde am 4. Oktober 2006 ab 20.15 Uhr im Forum auf NDR 1 Radio MV gesendet.


Forum vom 04.10.2006, 20:15 - 21:00 Uhr

Redaktion und Moderation: Steffi Mehldorn und Joachim Dresdner

zum vollständigen Bericht (4 Seiten)

Stand: 14.11.2006 12:00