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Rund 1.200 Schiffbauer aus ganz Norddeutschland haben am Mittwoch vor dem Schweriner Landtag für den Erhalt der Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde demonstriert. Drei Wochen vor dem geplanten Ende der beiden Auffanggesellschaften zum 31. März sei es höchste Zeit für "ein endgültiges Signal von Jussufow", sagte IG-Metall-Nord-Chefin Jutta Blankau. Das Spitzentreffen der Landesregierung mit Werfteigner Witali Jussufow zur Zukunft der beiden Standorte war am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Ohne ein tragfähiges Finanzierungskonzept für den in der vergangenen Woche bestellten Tanker des russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel hat Nordic keine Aussicht auf eine Transfer-Verlängerung bis Ende Juli. Jussufow will sich nach eigener Aussage "intensivst" um rasche Darlehen für den vertraglich besiegelten Bauauftrag bemühen. Die Finanzierung soll bis spätestens zum 24. März stehen. Zudem bemühe er sich um weitere Aufträge, sagte Jussufow. "Ich sehe die Zukunft der Werften weiterhin als Schiffbaustandorte."
"Ich verstehe Ihre Ungeduld", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) vor den Werftarbeitern. "Jetzt ist es fünf vor zwölf, jetzt muss die Entscheidung kommen." Er forderte den Werfteigner zu mehr Anstrengungen auf: "Der neue Auftrag hat eine Chance, finanziert zu werden. Nun geht es darum, diese Chance umzusetzen." Bei den Gesprächen mit Vertretern von Bund und Land in der Staatskanzlei habe der Investor bereits gute erste Vorschläge auf den Tisch gelegt.
Neben der früheren Wadan-Belegschaft waren am Mittwoch auch Mitarbeiter der Hegemann-Gruppe aus Stralsund und Wolgast, von Blohm + Voss aus Hamburg sowie von der Kieler HDW-Werft vor das Schweriner Schloss gekommen. Auch mehrere Landtagsabgeordnete mischten sich unter das Publikum.
Die ehemaligen Wadan-Werften hatten im Februar 2008 ihren letzten Auftrag verbucht und waren aufgrund drastischer Überkapazitäten im Containerschiffbau in den Strudel der Wirtschaftskrise geraten. Jussufow hatte Wadan im August 2009 für 40,5 Millionen Euro übernommen.
Die derzeit brachliegenden Flächen der Nordic-Werft in Rostock-Warnemünde könnten nach Ansicht des Vereins Windenergie-Netzwerk Rostock Platz für die boomende Windkraft-Industrie bieten. Der Vereinsvorsitzende Andree Iffländer forderte am Dienstag Jussufow auf, seine bislang ablehnende Haltung zum Verkauf von Teilen des Werftgeländes zu überdenken. In Warnemünde verfüge die Werft über große Flächen, die nicht gebraucht würden, selbst wenn der Schiffbau mit vollen Auftragsbüchern fortgesetzt werden sollte. Zudem könnten große Teile der Werft-Belegschaft in der neuen Industrie Beschäftigung finden.
Laut Ministerpräsident Sellering steht die Finanzierung für den bestellten Großtanker noch nicht. (Meldung vom 09.03.2010)
Eigner Jussufow hat in Moskau einen Schiffbauauftrag unterschrieben. (Meldung vom 01.03.2010)
Die dpa meldet, dass eine deutsche Reederei Schiffe bei den ehemaligen Wadan-Werften bauen lassen will. (Meldung vom 20.02.2010)
Die Aktion sollte auf die prekäre Lage der Arbeiter aufmerksam machen. (Meldung vom 06.02.2010)
Die Gewerkschaft IG Metall ist empört. (Meldung vom 04.02.2010)