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Volkssolidarität: Neue Hoffnung für geprellte Anleger

Euro-Scheine © dpa Fotograf: Michael Rosenfeld
große Bildversion anzeigen Viele Anleger haben ihre gesamten Ersparnisse fürs Alter verloren. (Archivfoto)

Für viele geschädigte Anleger der Volkssolidaritäts-Immobilienfonds gibt es neue Hoffnung, dass sie zumindest einen Teil ihres Geldes wiedersehen. Nach Ansicht der Neuen Verbraucherzentrale in Rostock bestehen Chancen, vor Gericht einen Teil der verlorenen neun Millionen Euro einzuklagen. Grund für die Zuversicht ist ein Dokument, dass jetzt aufgetaucht ist. Recherchen des NDR Nordmagazins haben ergeben, dass die Landesspitze des Wohlfahrtsverbandes früher als bislang zugegeben von den riskanten Geschäften wusste.

Bereits im Jahr 2002 sei auf einer Bundesversammlung der Volkssolidarität ein Strategie-Papier diskutiert worden, das vorsah, Fonds zur Entwicklung und Realisierung von Immobilien für sozialen Einrichtungen zu nutzen. Am Tisch saßen damals auch Mitglieder des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

"Das war kein Betriebsunfall"

Der Chef der Neuen Verbraucherzentrale, Jürgen Fischer, sagte, der Landesverband müsse zumindest stillschweigend akzeptiert haben, dass mit teils riskanten Anlage-Produkten frisches Geld für Projekte eingesammelt werden sollte. "Wir sind uns sicher, dass das eine klare Methode war - kein Betriebsunfall", urteilt Fischer.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft prüft, ob sie nun auch Mitglieder der Landesspitze wegen Verdachts auf Betrug belangen kann. Die Behörde ermittelt bereits gegen die Ex-Geschäftsführer der Fonds. Sie wirft den Immobilienmanagern Anlage-Betrug und Insolvenz-Verschleppung vor.

Hunderte Geschädigte wollen sich zusammentun

Ein Ende 2009 angeregter Geschädigten-Verein soll noch bis Anfang Mai Ansprüche von geschädigten Anlegern bündeln. Als juristische Person habe der Verein bessere Aussichten, "Musterprozesse" gegen die Volkssolidarität zu gewinnen als einzelne Kläger, so Fischer. Bislang hätten mehr als 800 zumeist ältere Anleger ihr Interesse signalisiert, dem Geschädigten-Verein beizutreten.

Rund 1.400 Anleger hatten insgesamt mehrere Millionen Euro in die zwei Immobilienfonds eingezahlt, die später insolvent gingen. Den Betroffenen war neben guten Renditen eine bevorzugte Behandlung etwa in Altersheimen der Volkssolidarität versprochen worden. Anfang Juli 2009 war für die beiden Fondsgesellschaften der Kreisverbände Bad Doberan/Rostock Land und Mecklenburg-Mitte beim Amtsgericht Rostock Insolvenz beantragt worden.

Stand: 10.03.2010 19:46
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Euro-Scheine © dpa Fotograf: Michael Rosenfeld

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